Hier möchten wir aktuelle und vergangene Forschungsprojekte, die sich dezidiert oder zumindest in Teilvorhaben mit dem Thema Großveranstaltungen befass(t)en, kurz vorstellen (die Liste wird laufend erweitert).

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Im Rahmen des Forschungsprogramms „Forschung für die zivile Sicherheit“ der Bundesregierung wird in der Themenausschreibung „Neue ökonomische Aspekte“ das Verbundprojekt ProVOD: Professionalisierung des Veranstaltungsordnungsdienstes (VOD)“ (2016-2019) durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Projektträger des Forschungs- und Entwicklungsvorhabens ist die VDI Technologiezentrum GmbH.

 

Überblick

Besucher von Veranstaltungen, seien es kleinere Konzerte auf regionaler Ebene oder große Massenevents wie Fußballspiele und Festivals, erwarten einen sicheren Ablauf dieser Veranstaltungen. Hieraus resultieren hohe Anforderungen an die Sicherheit einer solchen Veranstaltung. Veranstalter nutzen zur Gewährleistung dieser Sicherheit private VOD, die in einem breiten Spektrum unterschiedlicher Tätigkeitsfelder, von der Absicherung des Veranstaltungsgeländes, der Lenkung von Personenströmen bis hin zum Risiko- und Krisenmanagement, eingesetzt werden. Hierbei stehen die eingesetzten MitarbeiterInnen zum großen Teil im direkten Kontakt mit den VeranstaltungsbesucherInnen. Das Ansehen und der Ruf dieser Mitarbeiter von VOD sind in der öffentlichen Wahrnehmung jedoch eher negativ besetzt; schwierige organisatorische und rechtliche Arbeitsbedingungen, Mindestlohn, eine hohe Personalfluktuation sowie mangelnde bzw. fehlende Standards hinsichtlich der Qualifikation kennzeichnen die Teilbranche und verstärken den Negativeindruck. Zusätzlich wird regelmäßig die hohe Personenfluktuation in der Branche und die nicht ausreichende Qualifikation bemängelt.

Vor diesem Hintergrund verfolgt das „Projekt ProVOD“ folgende Ziele:

  • Erhebung von Kennzahlen zur Bestimmung und Abgrenzung der Teilbranche VOD innerhalb der privaten Sicherheitswirtschaft
  • Etablierung des VOD als eigenständige Teilbranche mit Hilfe der Definition rechtlicher und organisationaler Standards
  • Professionalisierung durch Erarbeitung von einheitlichen Qualifizierungsmaßnahmen für Führungskräfte und MitarbeiterInnen des VOD
  • Verbesserung der öffentlichen Wahrnehmung des VOD
  • Stärkung eines positiven Selbstverständnisses bei VOD-Kräften
  • Übertragung der Ergebnisse auf einen internationalen Kontext

Ziel des Projektes „ProVOD“ ist es, den Bereich des VOD als eigenständige Teilbranche der Sicherheitswirtschaft zu etablieren. Hierbei sollen Kennzahlen der Teilbranche erfasst, strukturelle Defizite benannt und Qualifikationsmaßnahmen von Mitarbeitern und Führungskräfte erarbeitet werden. Eine Verbesserung der öffentlichen Wahrnehmung des VOD soll ergänzt werden durch die Stärkung des Selbstverständnisses der Beschäftigten. Die Übertragbarkeit der erarbeiten Ergebnisse auf einen internationalen Kontext soll mit den assoziierten Partner evaluiert werden.

Durch diese Maßnahmen soll eine Steigerung des Sicherheitsgefühls und des Sicherheitsniveaus bei Großveranstaltungen erreicht werden, sowie eine Professionalisierung der vorhandenen Strukturen und Akteure vorgenommen werden.


BaSiGo - Bausteine für Sicherheit von GroßveranstaltungenIm Verbundprojekt BaSiGo (Bausteine für die Sicherheit von Großveranstaltungen, 2012-2015) standen Großveranstaltungen und insbesondere die mit ihnen verbundenen Sicherheitsaspekte im Zentrum der Betrachtungen, die während des gesamten Prozessverlaufes von der Planung über die Realisierung bis hin zur Rückführung besonderer Aufbau- und Ablaufstrukturen eine große Herausforderung für die beteiligten Akteure darstellen. Grundlegend lässt sich nach aktuellem Verständnis die Kritikalität der Sicherheit bei Großveranstaltungen auf zwei wesentliche Betrachtungsräume verdichten:

 

  • Zum einen sind Großveranstaltungen in Bezug auf die zu berücksichtigenden Rahmenparameter hoch komplexe „Systeme“ unterschiedlichster Couleur.
  • Zum anderen sind die vorherrschenden Strukturen sowie grundlegende Rahmenparameter von Veranstaltung zu Veranstaltung verschieden und Gegenstand aktueller Forschung.

Die Projektziele von „BaSiGo“ waren unmittelbar geleitet durch die Absicht, Innovationspotentiale im Zusammenhang mit der Sicherheit von Großveranstaltungen aufzudecken und praktikable sowie zukunftsfähige Lösungen für alle beteiligten Akteure zu schaffen. Dazu konnten vorhandene Expertisen zusammengeführt und mit den Ergebnissen bereits durchgeführter, aber auch eigener neuer Forschungsarbeiten ergänzt werden.

Das Vorhaben „BaSiGo – Bausteine für die Sicherheit von Großveranstaltungen“ bezog sich auf das Förderprogramm „Forschung für die zivile Sicherheit“ und wurde im Themenfeld „Schutz und Rettung von Menschen“ durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.


Verbundprojekt Hermes: Erforschung eines Evakuierungsassistenten für den Krisenfall bei Großveranstaltungen (2008-2011)

Steigende Besucherzahlen und die wachsende Komplexität moderner Gebäude stellen für Planer, Betreiber und Rettungskräfte eine große Herausforderung dar. Das Projekt Hermes hat einen Evakuierungs-Assistenten entwickelt, der Entscheidungsträger – wie Betreiber, Feuerwehr und Polizei – durch gezielte Informationen darin unterstützen kann, eventuelle Gefahrenlagen besser einzuschätzen. Somit können Rettungskräfte und Sicherheitspersonal noch zielgerichteter eingesetzt werden. Mit dem System ist das Sicherheitspersonal zudem in der Lage, bereits bei der Planungmögliche Gefahrensituationen zu simulieren.